07. Mai 2012
Tag der Toleranz und Vielfalt


Veranstaltung Tag der Toleranz und Vielfalt  Gustav Heinemann Schulzentrum

 

An diesem Tage soll um Toleranz und Vielfalt geworben werden.

Die Türkische Regierung selbst zeigt jedoch nirgendwo Toleranz oder Vielfalt. Solch einen Vertreter auf unserer Veranstaltung reden zu lassen, ist ein Schlag ins Gesicht der hier lebenden Menschen, derjenigen Menschen, welche in ihrem Heimatland Folter, Vertreibung und Morde erleben mussten und durch diese Veranstaltung die Erinnerung an diese Qualen erneut erleben dürfen. 

Dies kann und darf man diesen Menschen nicht zumuten und es liegt allein an uns, dies zu verhindern. 
Seit Jahren werden Menschen in der Türkei systematisch unterdrückt und gefoltert. Die Menschenrechte werden mit den Füssen getreten.

Infolge willkürlicher Verhaftungen befinden sich momentan ca. 7.000 Menschen in den Türkischen Gefängnissen.

Unschuldig und ohne Gerichtsverhandlungen warten diese seit fast mehreren Monaten auf Ihren Prozess und werden dabei systematisch unterdrückt und gefoltert.

Auch Kinder werden willkürlich festgenommen und verhaftet. 

Diese werden in den Gefängnissen Seitens der Aufseher gefoltert, misshandelt und vergewaltigt. Das Kinder- und Jugendgefängnis von Pozanti (Adana) ist hierzu das aktuellste Beispiel, in welchem insg. 215 Kinder von Folter und Vergewaltigungen berichtet haben.

Die Lösung für diese Misshandlungen war einzig und allein die Verlegung in das Sincan Gefängnis in Ankara, in welchem die Misshandlungen nun fortgesetzt werden. 

Religionen außer/außerhalb dem Islam werden nicht toleriert. 
Minderheitensprachen werden nicht respektiert. Andersdenkende werden kurzer Hand willkürlich verhaftet. Im April 2012 wurden DIE MÖRDER von Sivas, dem Massaker 1993, bei welchem 35 Intellektuelle und Künstler vor den Augen der Weltöffentlichkeit lebendig verbrannt wurden, aufgrund der Verjährung des Verfahrens, freigesprochen. Grund der Verjährung war die immer wieder Seitens der Gerichte angeordnete terminliche und regionale Verlegung des Prozesses. Im Dezember 2011 wurde an der Türkischen Grenze 34 Kinder und Jugendliche durch Luftangriffe des türkische Militärs brutal ermordet. Die Alewiten haben bis heute kein Anrecht auf Glaubensfreiheit, kein Anrecht auf Gebetshäuser. Sie dürfen Ihre Religion weder offiziell lehren noch ausüben.
Was bitte für Gründe braucht man noch um den Generalkonsul der Türkischen Regierung auszuladen.
 

Kemal Gülcehre 

 

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